Fraktal, Bottrop

Foto: Thomas Robbin

Jürgen LIT Fischer, 1995

Die Halde an der Beckstraße in Bottrop ist eine der größten des Ruhrgebiets. Ihre enorme Höhe von 60 Metern hat sie prädestiniert
für ein "Haldenereignis" der besonderen Art: den Tetraeder, ein vom Architekten Wolfgang Christ in Form einer begehbaren Pyramide entworfener monumentaler Aussichtsturm. Weithin sichtbar und prägnant in seiner reduzierten Gestalt, ist der Tetraeder für die Menschen der Region und ihre Besucher zu einer Landmarke geworden. Die 50 Meter hohe Stahlkonstruktion ruht auf vier Säulen über dem Boden, was ihr aus der Ferne trotz des tonnenschweren Gewichts eine "schwebende" Position verleiht. Die "unwirkliche" Haldenlandschaft besetzt der Tetraeder wie ein surreales Zeichen, als geometrisches Inbild einer Pyramide, aber nicht massiv, sondern filigran und transparent. Ein mathematisches Spiel mit dem Dreieck, das symbolisch die Grundform des Berges reflektiert und zur Pyramide überhöht. Nachts wird das "Haldenereignis" zu einem "Lichtereignis", das die Spitze der Pyramide in ein raumgreifendes Lichtzeichen aus gelben und grünen Lichtbahnen verwandelt. Der Düsseldorfer Künstler Jürgen LIT Fischer hat sich mit der geometrischen Aussage des Tetraeders beschäftigt. Seine Idee war es, in Zusammenarbeit mit den Mathematikern Heinz-Otto Peitgen und Anna Rodenhausen, den Tetraeder mit einer fraktalen Kurve zu konfrontieren, die über die statische Erscheinung des geometrischen Elements hinausgeht.

Text von Redaktion L.R.2010

Standort

ehem. Bergehalde, Beckstr.
Bottrop


Leucht-Zeiten

Abenddämmerung bis Morgendämmerung