Faultürme, Dortmund
im „Tag-Nacht-Panorama“
Georg Kiefer und Manfred Walz, 1998
Von der Bergehalde Schwerin aus erlebt der Betrachter ein beeindruckendes Tagpanorama der Industriekultur. Es war die Idee von Georg Kiefer, dem Tagpanorama ein Nachtpanorama hinzu-
zufügen, in dem die Einzigartigkeit dieser industriegeschichtlichen Landschaft rund um die Uhr wahrnehmbar wird. Eine regionale Lichtskulptur schwebte Georg Kiefer vor, die er gemeinsam mit Manfred Walz entwickelte. Dafür galt es, Fixpunkte in der landschaftsbestimmenden Industriesilhouette zu finden, die nun mit Hilfe von Lichtinszenierungen in der Leitfarbe Blau sowohl in Nah- als auch Fernsicht als besonders bedeutsame Gruppe in einem räumlichen Zusammenhang erscheinen.
Zur Auswahl kamen prägnante Gebäude der Umgebung, die durch Lichtinszenierungen erhöht, die vergangene Industrieepoche und zugleich das neue Selbstverständnis der Region dokumentieren. In Rückbesinnung auf die geschichtliche Entwicklung gehören dazu die drei Fördertürme der ehemaligen Schachtanlage ERIN: neben ERIN 1,2,7 und TEUTOBURGIA auch ERIN 3 mit seiner außergewöhnlichen "Hammerkopf"-Architektur, um 1920 erbaut. Hinzu kamen die Gelsenwasser-Hochbehälter in Bochum-Gerthe zum Thema Wasserversorgung sowie der Doppel-Faulgasbehälter der Emschergenossenschaft in Dortmund-Deusen für den Bereich Abwasserreinigung. Die Fördertürme zeigen das Signet "Förderhaus" in jeweils anderer an regionale Industriegeschichte erinnernder Inszenierung: mit "aufgerolltem Förderseil", als "Haus über dem Wald" und als "Lichtstube im KunstWald Teutoburgia". Die Versorgungsbehälter wiederum erscheinen als blaue pralle Großvolumen. So entsteht ein nächtliches Panorama voll poetischer Energie: "Lichter der Großstadt".
Text von Redaktion L.R.2010
Standort
Deusener Strasse 128
Dortmund
Leucht-Zeiten
Werden zur Abenddämmerung eingeschaltet.
Solarenergetische Steuerung gewährleistet Betrieb, bis Sonnen-Energie verbraucht ist.

