Gasblau, Gelsenkirchen

Foto: Werner J. Hannappel

Jürgen LIT Fischer und Peter Brdenk, 1999

Unmittelbar am Gelände der ehemaligen Zeche Rheinelbe gelegen, befindet sich, erreichbar über die Leithestraße, dieser von Jürgen LIT Fischer und Peter Brdenk gestaltete Kugelgasbehälter. Mit ihrem Konzept den Hochdruck-Gasbehälter von 1955 mit einem speziellen Anstrich zu versehen und des Nachts anstrahlen zu lassen, konnte sich das bewährte Künstler-Architekten-Team bei dem 1999 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park von den Stadtwerken Gelsenkirchen ausgerufenen Wettbewerb gegen die zahlreichen Konkurrenten durchsetzen. Die Farbauswahl sowie die durch die rund um die Anlage positionierten Leuchten erzielte flammenartige Wirkung verweisen dabei ganz deutlich auf den Inhalt der 23 Meter hohen Kugel.

Die für den Anstrich verwendete Farbe „Gasblau“ gibt dem Objekt gleichzeitig seinen Namen. Es handelt sich bei dieser Farbe um einen der ältesten Farbstoffe und wurde früher -getreu der Namensgebung- aus Gasmasse hergestellt. Heute ist „Gasblau“ eine weitestgehend vergessene Bezeichnung für Ferriferrocyanid, auch Miloriblau oder Eisenblau genannt. Das Besondere an diesem Pigment ist die zwischen Grün und Blau changierende Wahrnehmung, abhängig von Lichtakzentuierung bzw. Blickwinkel des Betrachters. Entsprechend war von den Künstlern eigentlich vorgesehen, dass der Betrachter den Standort verändert, um unterschiedliche Eindrücke zu sammeln. Aufgrund der Umzäunung und umliegenden Bebauung ist dies in der Realität jedoch kaum möglich.

Der sich im Inneren des Behälters befindende immaterielle Stoff und Energieträger wird von Fischer/Brdenk künstlerisch in Szene gesetzt, indem durch Licht Farbe und Form einer Gasflamme inszeniert werden. Die tonnenschwere Kugel wird so zum schwebenden Ballon und zum vergleichsweise kleinen, aber dennoch markanten Licht-Zeichen der Stadt.

Text von Redaktion L.R.2010

Standort

Gelände der ehem. Zeche Rheinelbe
Leithestr.
Gelsenkirchen

Leucht-Zeiten

Abenddämmerung bis 24 Uhr